Mittwoch, 10. April 2013

Nachdem es gestern eine theoretische Einführung in Haigata gab, stand heute morgen die Praxis auf dem Programm: Wir lernten, wie man eine Furo vorbereitet und wie man eine Basisascheform erstellt. Die heutige Form heißt Nimonji oshikiri, was Zwei-Berge-Drücken-Schneiden bedeutet. Die Idee ist, dass man aus der Asche zwei Berge formt und die Vorder- sowie Rückseite mittels eines Aschelöffels planar drückt, während die Seiten in der Mitte mit dem Löffel geschnitten werden. In der Mitte muss genug Platz für die Holzkohle sein, mit der man später das Wasser erhitzt. Als Ausgleich für das Feuer schließt man die Ascheform ab, indem man das Trigramm für Wasser in die Mitte schreibt. Idealerweise sieht das dann so aus: http://www.teeweg.de/graphik/kisetsu/dogu/Furo-kankl.jpg
Meine Ascheform war leider nicht so schön, da hilft wohl nur Üben...

Am Nachmittag ging es weiter mit den Basisübungen: Heute lernten wir den Umgang mit dem Chakin, einem kleinen Leinentüchlein zum Reinigen der Teeschale. 

Dienstag, 9. April 2013

Heute nahm ich zum ersten Mal am Chorei teil. Das ist eine morgentliche Versammlung, bei der die Anwesenheit überprüft wird, man ein bisschen Seiza sitzen kann/darf/muss und bei der man das Herzsutra und ein buddhistisches Gelübde singt. Für die japanischen Studenten war diese Veranstaltung schon immer ein fester Bestandteil, aber die Midorikaisei müssen erst seit einem halben Jahr teilnehmen. Dies hat nun zur Folge, dass ich jeden Morgen zwei Vorlesungsblöcke gibt. Im ersten Block ging es heute um Haigata (Ascheformen) als Vorbereitung für das morgige Praktikum. Hamana-Sensei erklärte die verschiedenen Variationen und wann man welche verwendet. Danach erläuterte Mittwer-Sensei in der zweiten Vorlesung die Struktur von Urasenke. Am Nachmittag standen wiederum Basisübungen auf dem Programm: Falten des Fukusa und Reinigen von Natsume und Chashaku.

Montag, 8. April 2013

Das Schuljahr hat heute nun offiziell mit der Eintrittsfeier begonnen. Wir wurden der Schulleitung und den Lehrern vorgestellt, indem wir aufgerufen wurden, mit einem "Hai" aufstanden und uns dann verbeugten. Die Feier bestand zu 10% aus Verbeugungen. Dafür waren die Reden sehr kurz und prägnant. Danach durften wir die heiligen Teeräume von Urasenke besichtigen und beteten zur Rikyustatue. Anschließend gab es eine Bentobox und gestärkt sind wir dann zum Daitokuji-Tempel marschiert, um uns dort die Teeräume anzuschauen und zu beten, dass wir ein gutes Schuljahr haben werden. Nach der Besichtigung von Rikyus Grab und den Gräbern der Urasenke Iemotos hatten wir an der Schule den ersten praktischen Unterricht: Heute stand die Orientierung innerhalb des Teeraumes auf dem Programm. Wir übten, wie man einen Teeraum betritt, verlässt und wie man laufen muss.

Samstag, 6. April 2013

Die Vorbereitung für den praktischen Unterricht kennt kein Wochenende. Da wir hier direkt am Zentrum sind, heißt der praktische Unterricht nicht Keiko, sondern Jitsugi. Heute lernten wir, wie eine Mizuya aufgebaut ist und welche Logik sich dahinter verbirgt. Nach dem Unterricht sind wir in die Innenstadt gefahren und haben Kimonozubehör eingekauft. Außerdem habe ich ein Prepaid Handy bestellt. Ich bin bespannt, wann ich es bekomme.

Freitag, 5. April 2013

Der heutige Tag begann gut, denn es gab das monatliche Stipendium. Wir mussten alle dem Alter nach geordnet in der "alten Küche" warten, und wurden dann einzeln von Daisosho (vorheriges Oberhaupt der Teeschule) empfangen und bekamen einen Umschlag mit dem Geld. Danach fand die Eintrittszeremonie in die Wohnheime statt. Anschließend gab es eine Probe für die Eintrittsfeier in das neue Schuljahr am kommenden Montag. Da das Schuloberhaupt und seine Frau anwesend sein werden, mussten wir proben, bis alles einigermaßen saß. Nach dem Mittagessen begleitete uns Muratasensei zur Fremdenregistrierung und Anmeldung zur Krankenversicherung. Wie es bei bürokratischen Dingen üblich ist, dauerte das eine Weile...
Danach erklärte uns Hamanasensei die wichtigsten Schulregeln und worauf wir alles zu achten haben.

Donnerstag, 4. April 2013

Der heutige Tag war sehr entspannt, da es immer noch keine Kleiderordnung gab. Ab Morgen muss ich an der Schule entweder Anzug und Krawatte oder Kimono tragen. Besonders schön war das Hanami am Abend. Die Senpei hatten eine Chabako (Teeschachtel) vorbereitet, und wir tranken unter den Kirschbäumen Tee und natürlich auch ein bisschen Sake.

Mittwoch, 3. April 2013

Als ich in Japan angekommen war, begrüßten mich die Kirschblüten und erinnerten mich daran, dass eben doch alles vergänglich ist. Das Abenteuer Midorikai hat begonnen.

Die Senpai (Studenten, die ein halbes Jahr vorher angefangen hatten) kümmerten sich gut um meine Mitschüler und mich und erklärten uns auch den Verbeugungsquadranten: Um die Teeschule herum gibt es einen Bereich, in dem wir jeden mit einer Verbeugung begrüßen müssen. Das klingt zuerst etwas seltsam, hat aber den Sinn, dass wir so auch Besucher und Gäste der Teeschule begrüßen, die man nicht immer leicht erkennt und dass wir uns in Höflichkeit und Aufmerksamkeit schulen.

Am Abend hatten wir Zeit für Hanami. Leider begrenzte die Ausgangssperre ab 10 Uhr die Zeit...